Masterarbeit im Unternehmen oder an der Uni?

Allgemeines – Masterarbeit im Unternehmen

Nach bestandenen Prüfungen folgt am Ende des Masters die Abschlussarbeit. Im Unternehmen oder an der Universität? Diese Frage stellt sich in der Abschlussphase. Welche die bessere Lösung darstellt, ist von einigen Faktoren abhängig.

Eine Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu verfassen, ist vor allem in den Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurswissenschaften verbreitet. Unternehmen bieten beispielsweise Stellen an, auf die sich die Studenten bewerben können. Diese Bewerbung richtet der Student direkt an das Unternehmen. Passt das Thema und möchte das Unternehmen mit dem Studenten zusammenarbeiten, kann dieser mit seiner Masterarbeit im Unternehmen beginnen. Vorausgesetzt, auch der Professor ist überzeugt. Doch bietet es sich für jeden Studenten an, eine Masterarbeit im Unternehmen zu verfassen? Wo liegen die Vorteile und gibt es eventuell Nachteile? Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.

Masterarbeit im Unternehmen – Vorteile

Wieso sollte man sich als Student dafür entscheiden eine Masterarbeit im Unternehmen zu verfassen und nicht am Lehrstuhl zu schreiben? Das ist eine berechtigte Frage.

  • Ein großer Vorteil besteht vor allem darin, Berufserfahrung zu sammeln, weil man gezielt im Unternehmen mitarbeitet. Oftmals unterstützt man Mitarbeiter bei einem Projekt oder bearbeitet eigenständig Teilprojekte. Daraus ergibt sich dann die Thesis, die dadurch einen guten Mehrwert für die Wissenschaft oder Wirtschaft hat. Im Gegensatz zu einer rein theoretischen Masterarbeit bietet diese Unternehmensvariante daher einen realen Bezug und das Ergebnis der Thesis kann also in der Praxis getestet werden.
  • Aufgrund dessen wird ein Student bei der Recherche und dem Verfassen auch oftmals besser unterstützt als an der Universität. Schließlich ist es dem Betreuer bei dieser Variante wichtig, dass ein bestmögliches Ergebnis erzielt wird. Man hilft also dem Unternehmen und bekommt dafür eine nahezu einwandfreie Betreuung bei der anstrengenden Abschlussarbeit.
  • Die Masterarbeit im Unternehmen bietet einigen Studenten außerdem auch eine finanzielle Hilfe. Diverse Unternehmen vergüten die Arbeit der Studenten angemessen und der Student wird dadurch selbstverständlich zusätzlich gefördert.
  • Da es für den Großteil der Masterabsolventen nach dem Studium heißt: „Ab ans Bewerben“, kann es von Vorteil sein, bereits im Studium Kontakte mit Unternehmern zu knüpfen. Das kann man mit der Thesis bereits verbinden, wenn man im Unternehmen mitarbeitet. Vorstandsmitglieder können Tipps geben oder von eigenen Erfahrungen berichten, man wird anderen Mitarbeitern vorgestellt, oder kann über interne Ausschreibungen informiert werden. All diese Punkte können in näherer Zukunft bei dem Bewerbungsverfahren helfen.

Masterarbeit im Unternehmen – Nachteile

Bislang wurden nur Vorteile für das Verfassen einer Masterarbeit im Unternehmen behandelt. Aber es existieren selbstverständlich auch Nachteile.

  • Es genügt nicht, nur dem Betreuer des Unternehmens gerecht zu werden. Die Note erhält man schließlich von der Universität. Das bedeutet, dass der Betreuer der Universität genauso von dem Thema überzeugt sein muss, wie der im Unternehmen. Der Praxisanteil der Arbeit könnte also für den Uni-Betreuer zu groß sein, was sich negativ auf die Endnote auswirken könnte. Dementsprechend kann eine Masterarbeit im Unternehmen durchaus mehr Stress mit sich bringen als eine Thesis an der Universität. Der Professor an der Universität verlangt einen Lösungsweg und ein akademisches Niveau, an das sich die Studenten halten müssen.
  • Auf einen Nenner zu kommen, ist auch in Anbetracht der Tatsache schwierig, dass Universitäten die Abschlussarbeiten oftmals veröffentlichen möchten oder mindestens öffentlich einsehbar machen wollen. Da in einigen Unternehmen allerdings vertrauliche Ergebnisse erzielt werden, die erstmal nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen, könnte dies ein weiteres Problem zwischen Hochschule und Unternehmen mit sich bringen. Des Öfteren liegt die Lösung für dieses Problem in dem sogenannten Sperrvermerk. Diesen muss der Student in die Masterarbeit einbringen. Es handelt sich sozusagen um eine Vertraulichkeitserklärung, in der der Student angibt, die Informationen nicht preis zu geben. Dieser Sperrvermerk gilt in der Regel für einen bestimmten Zeitraum. Erst danach dürfen die Ergebnisse veröffentlicht werden.
  • In größeren Unternehmen könnte sich ein Student außerdem verloren fühlen. Viele Studenten beschweren sich darüber, dass sie dem rauen Ton nicht gewachsen seien, wenn sie frisch von der Hochschule kommen und Ergebnisse gefordert werden. Deshalb ist es von Vorteil eventuell in einem Unternehmen seine Masterarbeit verfassen zu können, das man bereits durch ein Praktikum oder einen Studentenjob kennt.

Zusammenfassend

Abschließend konnten wir feststellen, dass es nicht nur eine Seite der Medaille gibt, wenn man am Ende des Masters die Thesis im Unternehmen verfassen möchte. Jede Entscheidung bringt Vor- und Nachteile mit sich, die genau durchdacht und abgewogen werden müssen. Wie wichtig ist Dir als Student der Praxisbezug? Hast Du eventuell bereits im Bachelor Erfahrungen mit der Abschlussarbeit gemacht? Wenn ja, wie war Dein Gefühl? Oder hattest Du bereits früher den Wunsch eine Abschlussarbeit im Unternehmen zu verfassen und was hat Dich im Bachelor davon abgehalten? Vielleicht helfen Dir auch unsere Tipps weiter, um den für dich besten Weg zu finden Deinen Master abzuschließen.

Für beide Arten des Verfassens sind auf dieser Homepage weitere Informationen einsehbar. So gibt es auf unserer Startseite die Möglichkeit nach Stellenangeboten zu suchen oder in unserem Tipps-Bereich allgemeine Tipps zum Verfassen der Masterarbeit einzusehen – von der Themenfindung bis zum Schreibprozess.

Viel Spaß beim Stöbern!