Diplom – Definition und Erklärung

Um den Sinn hinter dem Abschluss zu verstehen, empfiehlt sich eine Definition. Diplom kommt aus dem griechischen diploma und bedeutet zweifach gefaltetes Schreiben; Urkunde.

Der Diplomabschluss ist ein berufsqualifizierter Abschluss, der vor allem vor dem Bologna Prozess in vielen Studienfächern vergeben wurde. Einzig in den Geisteswissenschaften wurde stattdessen der Magister verliehen. Der Bologna Prozess und die damit einhergehende Umstellung aller Studienabschlüsse in Bachelor und Master zieht sich allerdings noch in die Länge, wodurch es immer noch vorkommt, dass ein Studiengang auf Diplom studiert wird. Vor allem die technischen Fachgruppen konnten sich noch nicht grundlegend auf die Umstellung einigen. Der Studiengang gliedert sich in ein Grund- und ein Hauptstudium.

Vorteile des Diplomstudiums

Nachdem nun die Diplom-Definition bekannt ist, wird im Folgenden auf die Vorteile dieses Studiums eingegangen.

Für Dich als Studienanfänger stellt sich oftmals die Frage, ob der altbewährte Diplomstudiengang am Arbeitsmarkt höher bewertet wird, als die „neuen“ Abschlüsse. Denn einige Universitäten bieten diesen Abschluss noch an und werden ihn erst nach und nach abschaffen. Wie soll man sich als Studieneinsteiger also entscheiden?

Der größte Vorteil des Diplomstudiums liegt natürlich an seiner Tradition. Viele Arbeitgeber, die selbst diesen Abschluss erworben haben glaubten am Anfang der Bologna Umstellung, ein Bachelor oder Master könne dem Diplom nicht gerecht werden. Mittlerweile hat sich dieser Irrglaube allerdings weitgehend gelegt und die neuen Abschlüsse bereiten kaum noch einen Nachteil bei der Jobsuche. Aber nicht nur in diesem Punkt ist nunmehr kaum ein Unterschied zu erkennen, auch im Punkto Gehalt kann ein Bachelorabsolvent mithalten.

Allgemein lässt sich also anmerken, dass die Diplomstudiengänge langsam aussterben. Man sollte sich prinzipiell nicht deshalb ein Studium aussuchen, weil man unbedingt einen Diplomabschluss haben möchte. Vielmehr sollte man sich nach dem Studiengang orientieren, der einem am meisten zusagt. Sollte dieser zufällig einen Diplomabschluss mit sich bringen, so ist das genauso in Ordnung, wie der Bachelor- oder Master-Abschluss.

Aufbau des Studiums – Diplom

Eine Definition für den Ablauf des Studiengangs in ganz Deutschland gibt es nicht, denn die Prüfungsordnung des Diplomstudiums wird je nach Bundesland vom Kultusministerium geprüft und abgesegnet. Somit können einige Unterschiede auftreten. So kann das Grundstudium 2-4 Semester lang sein und das Hauptstudium auch je nach Prüfungsordnung dann 3-6 Semester umfassen.

Anders als beim Bachelor, wo die Beendigung dieses Grundstudiums bereits einen vollwertigen Abschluss beinhaltet, kann das Grundstudium im Diplom nicht als Abschluss gewertet werden. Es dient einzig der Orientierung und allgemeinen Aneignung von Grundkenntnissen. Dieses Grundstudium endet mit dem Vordiplom, das nach Bestehen relevanter Prüfungen verliehen wird.
Im Hauptstudium werden dann entweder Teilleistungen bewertet oder eine große Abschlussprüfung abgelegt. Die Diplomarbeit gilt der Definition nach allerdings immer als Abschluss des Studiums und muss mit mindestens „ausreichend“ bewertet werden. Ziel ist es zu beweisen, dass der Student gelernt hat wissenschaftlich zu Arbeiten. Das passiert anhand dieser Diplomarbeit. Die Definition sagt, dass es sich bei der Arbeit um eine „schriftliche, wissenschaftliche Arbeit als Teil der Diplomprüfung“ handelt.

Die Anerkennung des Abschlusses – Diplom

Die Definition drückt, wie wir bereits gelernt haben aus, dass der Abschluss mittlerweile oftmals gleichwertend mit dem Bachelor ist. Allerdings ist der Bologna Prozess nicht umsonst in Kraft getreten. Er sollte es ermöglichen in Europa ein gleichwertiges Studiensystem einzuführen, sodass es den Absolventen möglich ist, europaweit auf dem Arbeitsmarkt arbeiten zu können und den Abschluss angerechnet zu bekommen.

Das wirft gelegentlich Probleme auf. Mit einem Diplomabschluss im Ausland arbeiten zu wollen, gestaltet sich oftmals schwer. So wird er beispielsweise in Großbritannien teils nicht anerkannt und mit dem Bachelor gleichgestellt, obwohl der Absolvent um einiges länger studiert hat.

In vielen anderen Ländern ist es allerdings von den ökonomischen Interessen abhängig, ob der Abschluss anerkannt wird oder nicht. Das kann jede Instanz selbst entscheiden – je nach Arbeitsmarkt und Nutzen.